(c) Literaturhaus Frankfurt
Kristof Magnusson, Hauke Hückstädt
Alf Mentzer, Julia Schoch
 

Literatur in Einfacher Sprache: LiES! Das Buch.

Literatur für ganz Viele. Ein wichtiger Vorstoß. Ein einzigartiges Projekt des Literaturhauses Frankfurt. Kultur für alle zu Ende gedacht.

Hierzu Literaturhausleiter Hauke Hückstädt und FAZ-Feuilleton-Chefin Sandra Kegel im Gespräch (ab Min. 32).

Die 13 Autoren Henning Ahrens, Nora Bossong, Mirko Bonné, Arno Geiger, Judith Hermann, Olga Grjasnowa, Anna Kim, Kristof Magnusson, Jens Mühling, Maruan Paschen, Ulrike Almut Sandig, Julia Schoch und Alissa Walser verfassten Geschichten in Einfacher Sprache und stellten diese vor Publikum lesend vor. Jetzt erscheint das erste Buch mit eigens geschriebenen literarischen Geschichten in Einfacher Sprache.

Gar nicht so leicht, es einfach zu machen. Literatur muss nicht kompliziert, verrätselt oder wortgewaltig sein, um ihre Wirkung zu entfalten. Wie man sich in der Wahl der Mittel beschränken und doch überraschend vielseitig, vielschichtig und abwechslungsreich sein kann, zeigen die Geschichten der dreizehn Autoren in diesem Buch. Vor drei Jahren begann das Literaturhaus Frankfurt Autorinnen und Autoren einzuladen, Geschichten in Einfacher Sprache zu schreiben. Die Autoren gaben sich dafür 10 Regeln.

Die Regeln sind:

1.         In den Texten können wir auch erfinden.

2.         Wir schreiben Texte von 20 Minuten Vorleselänge.

3.         Wir benutzen einfache Wörter.

4.         Wir schreiben einfache Sätze.

5.         Wenn wir Sprachbilder verwenden, erläutern wir diese.

6.         Wir vermeiden Zeitsprünge.

7.         Wir erzählen aus nur einer Perspektive.

8.         Wir gliedern unser Textbild anschaulich.

9.         Möglichst wenige Hauptwörter!

10.       Möglichst viele Verben!

Nach diesen Regeln schrieben sie ihre Geschichten. Einfache Sprache ist Kunst, haben alle zusammen gesagt. Und alle zusammen haben das so auch umgesetzt. Denn allen war klar, dass die zeitgenössische Literatur mittlerweile große Kreise kaum noch erreicht. Und alle wissen, dass die Literatur vom Experiment lebt, von Mut und Erfindungsgeist. Alle haben Lust auf Lesergewinnung, statt Leservertreibung. Als Summe erfolgreicher Veranstaltungen in Frankfurt und andernorts zeigt diese Geschichtensammlung nun: Literatur kann auch viel weniger ausschließend wirken. Das Buch zeigt eine Literatur die anders ist, anders als Bücher mit Sieben Siegeln! Ein abenteuerliches Leseerlebnis! Und ein Signal an den Buchmarkt, an Viel-Leser und Noch-Nichtleser.

Ein Inklusionsprojekt des Literaturhaus Frankfurt, gefördert vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und der CHAJA Stiftung. In Kooperation mit der Stabstelle Inklusion Frankfurt und hr2-kultur, in Partnerschaft mit dem Netzwerk Inklusion Frankfurt.

Buchpremiere am 05.03. im Literaturhaus Frankfurt.

Bei Piper: LiES! Das Buch. Herausgeber: Hauke Hückstädt. 2020

Bei Hörbuch Hamburg Osterwold: LiES! Literatur in Einfacher Sprache. Ungekürzte Hörbuchversion, gelesen von Ulrike C. Tscharre und Torben Kessler.