Ute Frevert

14.02.14 Freitag, 19.30 h

Streitfall – Autoren in der Kontroverse LVII

Mit Ute Frevert, Ulrike Ackermann, Jochen Hörisch, Martin Lüdke

Gesprächsleitung: Peter Kemper (hr2-kultur)

„Vertrauen“ – kaum ein Begriff hatte zuletzt eine so rasante Aufmerksamkeitskarriere zu verzeichnen. Auf Wahlplakaten und in der Produktwerbung begegnen wir ihm, bei jeder Krise wird sein Verlust alarmierend beschworen. Im Streitfall zeichnet die Historikerin und Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung Ute Frevert den seltsamen Weg des Vertrauens in der Moderne nach. Ihr Buch „Vertrauensfragen – Eine Obsession der Moderne“ (C. H. Beck) wirft einen kritischen Blick auf die „V-Waffe“, den inflationären Einsatz des Vertrauensarguments in der Politik. Weiter im Gespräch: das neue Buch von Aleida Assmann. In „Ist die Zeit aus den Fugen?“ (Hanser) fragt die Anglistin und Kulturwissenschaftlerin nach den Gründen für die Krise des modernen Zeitregimes. Außerdem geht es um „Rätsel und Komplotte: Kriminalliteratur, Paranoia, moderne Gesellschaft“ (Suhrkamp). Der französische Soziologe Luc Boltanski zeigt, warum die Kriminalliteratur um 1900 mit der Entstehung der Sozialwissenschaften und der Entdeckung der Paranoia in der Psychiatrie zusammenfällt.

Eine Veranstaltung von hr2-kultur in Zusammenarbeit mit Literaturhaus Frankfurt

Sendung am 09.03.14, 12.05 h

Eintritt 5 / 3 Euro

Februar, 2014, Literatur
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