01.10.13 Dienstag, 19.30 h

Marisha Pessl: Die amerikanische Nacht

Moderation: Hans Jürgen Balmes (S. Fischer)
Lesung dt. Text: Peter Schröder (Schauspiel Frankfurt)
 

Mitten in der Nacht, fahles Licht, Regen, eine junge Frau im roten Mantel, ihr Gesicht im Dunkeln, ein Jogger, vier Scotch, ein Aufzugsschacht, später eine tote Frau. Die Tote: Ashley Cordova a.k.a. Ash DeRouin und Tochter des genialen aber verstörenden Filmemachers Stanislas Cordova. Marisha Pessls Roman „Die amerikanische Nacht“ (Deutsch von Tobias Schnettler, S. Fischer) beginnt, als hätte man Hitchcocks „Vertigo“ und eine hardboiled-novel von Raymond Chandler zusammengebracht. Und dann auch wieder nicht. Denn Marisha Pessl nutzt im Roman alles, was uns umgibt: Collagen, fingierte Zeitungsartikel, Screenshots von Internetseiten und Fotos. Sie spinnt lässig einen Roman, der Krimi, Thriller und Portrait des 21. Jahrhunderts zugleich ist. Dass der deutsche Romantitel auch das Day-for-Night-Verfahren zitiert, Nachtszenen mit Blaufilter bei Tage zu drehen, und damit auch Truffauts „La nuit américaine“ in Erinnerung ruft, bestätigt die erste Lektüreerfahrung: nicht gerade kleines Kino!

In Kooperation mit S. Fischer

Eintritt 7 / 4 Euro

Oktober, 2013, Literatur
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